Inhalt der Qualifizierung
Mit der ZEBBRA-Qualifizierung werden Fachkräfte an der Schnittstelle von Landwirtschaft und Naturschutz als „Zertifizierte Entwickler und Berater für Biodiversität und Ressourcenschutz in der Agrarlandschaft“ ausgebildet. Die Qualifizierung ist überregional einheitlich, dauert insgesamt ein Jahr, und kann sowohl berufsbegleitend als auch studiumsbegleitend erfolgen. Ein Fokus liegt auf der Praxis-Vermittlung.
Pro Kursjahr gibt es vier parallele Kurse in vier Regionen mit je 20 Teilnehmern. Es können Teilnehmer aus ganz Deutschland teilnehmen, die Praxiskurse finden in vier Regionen statt (Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen).
Der erste ZEBBRA-Kurs beginnt im Oktober 2026.
Inhaltlich deckt die Qualifizierung insgesamt 8 Kompetenzbereiche ab, von landwirtschaftlichen und ökologischen Kompetenzen bis hin zu GIS-Anwendungen und Softskills.
Die Qualifizierung gliedert sich in:
- Vier Praxismodule in Präsenz (insgesamt 12 Tage) – diese finden in 4 Regionen Deutschlands statt (Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen); als Teilnehmer kann man sich für die Teilnahme in einer der 4 Regionen entscheiden.
- Überregionale Online-Lehrmodule im Winterhalbjahr (insgesamt 22 Doppelstunden), diese ergänzen die Praxismodule und schaffen Grundlagen für das breite Themenfeld.
- Eigenständige Praxisaufgaben und eine kleine Abschlussarbeit – damit sollen eigene Erfahrungen gesammelt werden und das Gelernte vertieft werden.
Nach erfolgreichem Abschluss der Module werden die bundesweit einheitlichen Zertifikate in einer feierlichen Abschlussveranstaltung in Bonn übergeben.
Das Kursjahr
Das Kursjahr geht von Oktober 2026 bis September 2027 und gliedert sich in folgende Teile:
Für Oktober 2027 bis September 2028 ist ein analoger zweiter Kursdurchlauf vorgesehen.
Kompetenzbereiche
Der ZEBBRA-Kurs behandelt inhaltlich acht Kompetenzbereiche
Naturkundliche und landschaftsökologische Kompetenzen
Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung in botanische und faunistische Kenntnisse sowie Erfassungsmethoden. In praktischen Übungen und Exkursionen werden Erfassungsmethoden und Artenkenntnisse für Flora und Fauna vermittelt. Im Rahmen der Abschlussarbeit führen die Teilnehmenden Erfassungen der Vegetation im Acker- und Grünland sowie Bestandsaufnahmen von Vögeln und einer weiteren faunistischen Artengruppe durch.
Landwirtschaftliche Kompetenzen
Die Teilnehmenden erhalten eine Online-Einführung in die Grundlagen der landwirtschaftlichen Betriebsformen im Ackerbau, Grünland und Tierhaltung sowie in landwirtschaftliche Betriebsmittel und Betriebsplanung. Im Rahmen von eigenständigen Betriebsbesuchen lernen die Teilnehmenden die landwirtschaftliche Praxis kennen. Im Rahmen von Praxistagen und Exkursionen werden verschiedene Betriebe besucht und die Umsetzung von Agrarumwelt- und Ressourcenschutz-Maßnahmen vorgestellt.
Praktische Landschaftspflege
In einem Praxistag Landschaftspflege lernen die Teilnehmenden verschiedene Maschinen und Geräte der Landschaftspflege (Balkenmäher, Freischneider, Kettensäge) und den Umgang damit kennen. An einem weiteren Praxistag Landschaftspflege erwerben die Teilnehmenden praktische Kenntnisse im Obstbaumschnitt und werden praktisch in die Pflege von Hecken und Gehölz eingeführt.
Landschafts- und Ressourcenschutzplanung
Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung zu räumlichen Zusammenhängen und Potentialen für Tier- und Pflanzenpopulationen, sie lernen Schutzkonzepte kennen und bekommen Einblicke in Biotopverbund und Landschaftsplanung. Dies wird auch im Rahmen einer Exkursion in der Praxis vertieft.
Naturschutz- und Ressourcenschutzmaßnahmen
Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die besonders wirksamen Agrarumweltmaßnahmen im Ackerland und im Grünland, die jeweiligen Zielarten und Ziellebensräume sowie Maßnahmen zum Ressourcenschutz. Die Teilnehmenden vertiefen in Eigenarbeit ihre Kenntnisse zu den Maßnahmen. In einer Exkursion werden verschiedene Biodiversitätsmaßnahmen besucht und sich mit den Betrieben darüber ausgetauscht. Im Rahmen einer kleinen Abschlussarbeit werden Artenkenntnisse und Umsetzungsmaßnahmen praxisnah zusammengeführt.
Landwirtschaftliches und Naturschutz-Fachrecht
Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung in landwirtschaftliches Fachrecht u.a. zu Düngung, Pflanzenschutz und Gute Fachliche Praxis. Desweiteren werden wichtige relevante rechtliche Grundlagen des Naturschutzes geschult, die es bei der Maßnahmenplanung zu berücksichtigen gilt (z.B. Naturschutzgesetz, FFH-/ Natura 2000).
Agrarstruktur und Agrarumweltförderung
Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Agrarstruktur in Deutschland von Acker- und Grünlandregionen bis hin zu Gunststandorten für Gemüse, Obst und Wein. Sie lernen, wie landwirtschaftliche Betriebe in verschiedenen Regionen aufgestellt sind – etwa hinsichtlich Betriebsgrößen, Produktionsformen und zentraler Kennzahlen.
Zudem findet ein Praxistag statt, in dem die Teilnehmenden die Grundlagen zum Arbeiten mit Geoinformationssystemen (GIS) erlernen.
Biodiversitätsberatung – Methodenkompetenz und Softskills
Die Teilnehmenden bekommen einen Überblick über Beratungsmethoden, Beratungsabläufe, Dokumentation, Gesprächsführung und Öffentlichkeitsarbeit. Dafür werden Softskills vorgestellt und praktisch in einer Methodenschulung geübt.
Zudem findet ein Praxistag statt, in dem die Teilnehmenden die Grundlagen zum Arbeiten mit Geoinformationssystemen (GIS) erlernen.